Der Begriff Elektrostatik ist allgegenwärtig.

Die Elektrostatik begegnet uns in der Natur sehr häufig und nahezu jeder Mensch hat bereits Bekanntschaft mit ihr gemacht. Bereits 550 v. Chr. wurde die Reibungselektrizität von Thales von Milet an Bernstein entdeckt.

Zum Verständnis der Elektrostatik ist jedoch die nähere Betrachtung des mikroskopischen Aufbaus von Objekten und Materialien notwendig. Jeder Körper, jedes Objekt, aber auch jede Flüssigkeit und jedes Gas enthält positive und negative elektrische Ladungen, die normalerweise ausgeglichen sind. Dies bedeutet, dass das Material elektrisch neutral ist. Bei intensivem Kontakt zweier beliebiger Materialien und deren anschließender Trennung oder Reibung, werden negativen Ladungen aus dem einen Material herausgerissen und vom anderen aufgenommen. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht der Ladungsträger in den Materialen. Sie sind elektrostatisch aufgeladen.

Das eine Material wird positiv und das andere negativ geladen. Die Regel besagt, dass sich Materialien, die eine hohe Permittifität (z.B. PA, Wolle, Zellulose, Glas) aufweisen, vorwiegend positiv aufladen, während eine geringere Permittifität (z.B. PE, PTFE, PS, PVC) entsprechend zu einer negativen Aufladung führt. Glatte Oberflächen, höhere Geschwindigkeiten und höhere Anpressdrücke unterstützen eine größere Aufladung. Auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit (z.B. Sommer und Winter) sind für die Höhe der entstehenden Landung von Bedeutung.

Gewitter zeigen uns am beeindruckendsten die Wirkung elektrischer Aufladung durch Reibung. Beim Sich-Auftürmen der Gewitterwolke trennen sich in ihrem Innern die Ladungen durch Reibung und Zerstäuben der Wasserteilchen. Das elektrische Feld wächst so lange, bis die Spannung mehrere hundert Millionen Volt beträgt. Schließlich überschreitet die Feldstärke eine kritische Schwelle und ein gigantischer Kurzschluss kündigt sich an, der Blitz. So schön die Wirkung der elektrischen Aufladung bei einem Gewitter zu betrachten ist, so störend kann sie sich im industriellen Umfeld und in ihrem Prozess auswirken. Denn hier ist sie in den meisten Fällen unerwünscht.